FreiraumwelleDL8STWLieber Wellen reiten, als Bits schubsen
Ausschnitt einer rauscharmen Verstärkerbaugruppe in Mikrostreifenleitungstechnik

Schaltungstechnik

Ringoszillator mit drei Transistoren

Ein Ringoszillator aus drei BC548C schwingt schon ab 0,5 V Betriebsspannung mit 1,5 MHz. Bei 3,5 V sind es 10 MHz, bei 5 V rund 14 MHz. Die Frequenz hängt also direkt an der Versorgungsspannung.

Aufbau auf Lochrasterplatine: vier schwarze Transistoren im Kunststoffgehäuse, dazwischen stehende Widerstände, Anschlussdrähte an den Rändern

Eckdaten

Oszillatorstufen3 × BC548C
Pufferstufe1 × BC548C
Kollektorwiderstände2,2 kΩ
Kopplung zur Pufferstufe1,1 kΩ
Einsatzspannung0,5 V · darunter schwingt die Schaltung nicht mehr an
Frequenzbereich1,5 MHz bis 14 MHz · über den Bereich 0,5 V bis 5 V Betriebsspannung
VorlageBurkhard Kainka, elektor Halbleiterheft 7-8/2011 · mit leichten Modifikationen nachgebaut

Ziel

In der elektor, Halbleiterheft Juli/August 2011, stellt Burkhard Kainka einen Ringoszillator vor. Die Schaltung ist so schlicht, dass ich sie nachbauen wollte, um zu sehen, wie tief man mit der Betriebsspannung gehen kann.

Konzept

Ein Ringoszillator besteht aus einer ungeraden Zahl invertierender Stufen, deren Ausgang auf den Eingang zurückgeht. Weil die Zahl ungerade ist, findet das Signal keinen stabilen Zustand und kippt dauernd um. Die Frequenz ergibt sich aus den Laufzeiten der Stufen, nicht aus einem Schwingkreis.

Ich verwende drei Transistoren vom Typ BC548C für den Oszillator und noch einen vierten BC548C als Pufferstufe, damit die Last die Frequenz nicht mitzieht. Die Schaltung ist nicht wirklich kompliziert.

Schaltplan: drei Transistorstufen T1 bis T3 vom Typ BC548C mit je 2,2-kΩ-Kollektorwiderstand im Ring, über 1,1 kΩ gekoppelt an die Pufferstufe T4

Aufbau

Der Aufbau ist auf Lochraster entstanden, ohne Rücksicht auf kurze Wege. Bei Grundfrequenzen im einstelligen Megahertzbereich ist das noch unkritisch.

Aufbau auf Lochrasterplatine: vier schwarze Transistoren im Kunststoffgehäuse, dazwischen stehende Widerstände, Anschlussdrähte an den Rändern

Messung

Erstaunt hat mich, dass die Schaltung bereits ab 0,5 V Betriebsspannung anfängt zu schwingen. Die Grundfrequenz beträgt dabei 1,5 MHz.

Eine Vergrößerung der Betriebsspannung führt zu einer Erhöhung der Frequenz: Bei 3,5 V oszilliert die Schaltung schon bei 10 MHz, mit 5 V schwingt der Aufbau mit circa 14 MHz.

Spektrum des Ausgangssignals mit der Grundwelle und mehreren Oberwellen in abnehmender Amplitude

Das Spektrum zeigt, was man bei einem Rechtecksignal erwartet: die Grundwelle und eine Reihe von Oberwellen. Ein Ringoszillator ist eben kein sauberer Sinusgenerator.

Ergebnis

Die Schaltung tut, was sie soll, und zeigt dabei etwas Grundsätzliches: Bei einem Ringoszillator bestimmt die Betriebsspannung die Frequenz mit, weil sie die Umschaltzeiten der Stufen ändert. Wer eine stabile Frequenz braucht, ist mit einem Quarz besser bedient. Wer einen spannungsabhängigen Takt oder einen simplen Testgenerator sucht, kommt mit vier Transistoren und fünf Widerständen aus.

Messwerte

Schwingfrequenz über der Betriebsspannung · Bedingungen: Aufbau auf Lochrasterplatine, Raumtemperatur
BetriebsspannungGrundfrequenz
0,5 V1,5 MHz
3,5 V10 MHz
5,0 Vcirca 14 MHz

Der Zusammenhang ist nicht linear, aber deutlich: Mehr Spannung schaltet die Stufen schneller um und hebt damit die Frequenz.