Koaxialrelais Tohtsu CX-120P
Zwei Koaxialrelais vom Typ Tohtsu CX-120P, gemessen am Netzwerkanalysator. Im geschlossenen Zustand liegt die Durchgangsdämpfung bei 145 MHz bei 0,043 dB, im geöffneten Zustand beträgt die Isolation dort 45,73 dB.

Eckdaten
| Typ | Tohtsu CX-120P |
|---|---|
| Spulenspannung | 12 V DC |
| Spulenstrom | 80 mA |
| Spuleninduktivität | rund 400 mH |
| Aufbau | HF-Schalter und Spule als zwei Baugruppen |
| Durchgangsdämpfung bei 145 MHz | 0,043 dB |
| Isolation bei 145 MHz | 45,73 dB |
| Messbereich | 50 MHz bis 500 MHz |
Ziel
Das verlustlose Schalten von HF-Signalen ist besonders bei höheren Leistungen nicht ganz trivial. Es gibt zwar mittlerweile von diversen Herstellern Schalt-ICs für hochfrequente Signale, aber ab ein paar Watt kommen diese an die Leistungsgrenze.
Für den eventuellen Bau einer PA habe ich mir deshalb zwei Koaxialrelais von Tohtsu besorgt, Typ CX-120P.
Aufbau
Das Relais besteht aus zwei Baugruppen: dem eigentlichen HF-Schalter und einer Spule, die über einen Hebelmechanismus den Schalter umlegt. Die Spule hat eine Induktivität von circa 400 mH und wird mit 12 V betrieben, auf dem Gehäuse steht dazu ein Spulenstrom von 80 mA.

Der geöffnete Schalter zeigt den Kontaktsatz und darunter den Hebel, der von der Spule bewegt wird.

Messung
Die HF-Eigenschaften bis in den 500-MHz-Bereich sind ziemlich überzeugend. Beim Umschalten verhalten sich beide Signalpfade identisch, deshalb steht hier nur einer.
Gemessen wurde die Durchgangsdämpfung S21 einmal im geschlossenen und einmal im geöffneten Zustand, jeweils über 50 MHz bis 500 MHz. Die Marker sitzen auf drei Amateurfunkbändern.


Ergebnis
Im geschlossenen Zustand kostet das Relais praktisch nichts: 0,027 dB auf 20 m und 0,043 dB auf 2 m sind für die Praxis vernachlässigbar. Selbst auf 70 cm bleibt es mit 0,166 dB unauffällig.
Die Isolation im geöffneten Zustand fällt dagegen mit steigender Frequenz deutlich ab, von 65,5 dB auf 20 m über 45,7 dB auf 2 m bis auf 37,4 dB auf 70 cm. Das ist der übliche Verlauf, weil die Kapazität über den geöffneten Kontakt mit der Frequenz immer besser leitet. Für 2 m ist das reichlich, auf 70 cm sollte man den Wert im Hinterkopf behalten, wenn ein empfindlicher Empfänger direkt neben einer starken Endstufe hängt.
Zum Schalten der Spule gehört übrigens eine Freilaufdiode. Ohne sie erzeugt die Selbstinduktion der 400-mH-Spule beim Abschalten Spannungsspitzen, die den schaltenden Transistor zerstören können. Wie hoch die ausfallen, habe ich mir in einer Simulation angesehen.
Messwerte
| Frequenz | Band | geschlossen (Durchgang) | geöffnet (Isolation) |
|---|---|---|---|
| 13,759 MHz | 20 m | −0,027 dB | −65,52 dB |
| 145,009 MHz | 2 m | −0,043 dB | −45,73 dB |
| 435,009 MHz | 70 cm | −0,166 dB | −37,37 dB |
